Das Kammerorchester Kirchrode in der Presse  

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Sarstedt, 26.01.2009

Musiker brauchen auch Muskeln

Kammerorchester Kirchrode begeistert in St. Nicolai

Sarstedt (ham). Als Musiker muss man nicht nur sein Instrument virtuos beherrschen, sondern manchmal auch seine Muskeln spielen lassen. So ist es den beiden Kontrabassisten Friedrich Helms und Rafael Schwerdt beim Konzert des Kammerorchesters Kirchrode am Sonn­abend in der Nicolai-Kirche ergangen.

Für den Höhepunkt des Auftritts, der Suite op. 149 von Joseph Gabriel Rheinberger, zog das komplette Ensemble vom Altarraum hinauf auf die Empore, um sich um die Orgel zu versammeln. Unter den anerkennenden und mitleidigen Blicken des Publikums schleppten die beiden Herren sichtlich schwer an ihren nahezu mannshohen Instrumenten. "Jetzt muss ich von ihnen verlangen, mit dem Rücken zu sehen", scherzte der Dirigent und Leiter des Kammerorchesters, George Speckert, bevor er dann selber als Letzter die Stiege hinaufrannte.

Für die vier Tanzsätze der Suite von Joseph Gabriel Rheinberger hatte sich das Laienorchester aus Hannovers Nobelstadtteil Kirchrode gleich drei namhafte Solisten als Mitwirkende geholt. Uwe Rehling," Organist und Kantor in der Jakobikirche in Kirchrode, durfte sich der sicherlich besonders gespitzten Ohren seiner St.-Nicolai-Kollegin Charlotte Lüdicke gewiss sein, die im Publikum saß.

Violoncellistin Sabine Angela Lauer dürfte einigen Sarstedtern als Leiterin des Gehrdener Kammerorchesters bekannt sein, das Ende Februar in der Nicolai-Kirche auftreten wird. Ladislaus Kosak ist Konzertmeister der Radiophilharmonie des Norddeutschen Rundfunks. Das Ergebnis, insbesondere beim dritten Satz, der „Sarabande", war so traumhaft schön, dass etliche der Zuhörer in der Kirche ihre Augen schlössen, um besser genießen zu können.

Aber auch "nur" in ihrer normalen Besetzung brauchen die Amateurmusiker, die tagsüber anderen Berufen nachgehen, keinen Vergleich zu scheuen. Bereits seit 1994 konzertieren die Streicher mit zwei anspruchsvollen Programmen pro Jahr und bereichern viele kirchliche Veranstaltungen mit ihrer Musik. Mit dem gebürtigen Amerikaner Speckert haben sie seit dem letzten Jahr einen neuen Leiter bekommen.

Der 58-Jährige, der seit 36 Jahren in Deutschland lebt, möchte den Zuhörern nicht nur musikalischen Genuss vermitteln, sondern auch Informationen, die helfen, das Gehörte besser zu verstehen. So erzählte er den Sarstedtern mit seinem charmanten Akzent Interessantes und Witziges über die jeweiligen Komponisten.

"Das sind Insider-Informationen, aber die teile ich gerne mit ihnen", sagte er. So habe Felix Mendelssohn Bartholdy das erste Musikkonservatorium in Deutschland gegründet. Seine in der Fassung nur für Cello und Kontrabass selten gehörten "Lieder ohne Worte" riefen besonders großen Beifall bei den Zuhörern hervor. Auch die munteren Stücke des französischen Komponisten Georges Bizet, die nach Kinderspielen benannt sind, wurden vom Kammerorchester Kirchrode so einfühlsam und fein abgestimmt interpretiert, dass die Besucher förmlich den sich drehenden Kreisel und den hüpfenden Ball vor ihrem geistigen Auge hatten.

Anstelle eines Eintrittsgeldes hatten die Musiker um eine Spende für ein Projekt der Kindernothilfe in Äthiopien gebeten



Musik erweckt Ruine zum Leben

It's Tea-Time - Kammerkonzert im leerstehenden Möbel-Unger-Gebäude

ALTWARMBÜCHEN. Der große, leer stehende und zum Abriss stehende ehemalige Unger-Möbelmarkt neben Real in Altwarmbüchen wird am Samstag, 21. Juni, zur ungewöhnlichen Kulisse für ein ganz besonderes Konzert englischer Musik. Das Kammerorchester Kirchrode spielt unter der Leitung von George A. Speckert Werke von alten englischen Mei­stern, Ralph Vaughan Williams, Benjamin Britten, Peter Warlock und Edward El-gar. Konzertbeginn ist um 17.00 Uhr.

Wo einst Schrankwände, Sitzecken und Perserteppiche verkauft wurden, zieht für einen einmaligen Abend die Kunst ein. Nach 10-jährigem Dornröschenschlaf treten die 25 Musikerinnen und Musiker des Kammerorchesters Kirchrode zwischen Po­desten, Lampen und Säulen in einer einzigartigen Kulisse auf. Bei der Schließung im Jahr 1998 waren nur die Möbel herausgeräumt worden. Für Tee und gute Unterhaltung ist gesorgt.

(V.I.) Michaela Morell, Stephan Dreher, Anika Dorner (sitzend) und Angela Müller-Wirts testen schon einmal die ungewöhnliche Kulisse.



Altwarmbüchen, 23.06.2008

Auftrittsort entfaltet morbiden Charme

Rund 100 Zuhörer genießen das Konzert des Kammerorchesters Kirchrode im leer stehenden Möbelhaus

Mehr als 100 Zuhörer haben ein außergewöhnliches Konzert gehört. Am Sonnabend wurde das ehemalige Möbelhaus Unger für einen Auftritt des Kammerorches­ters Kirchrode für einige Stunden wieder geöffnet.

Von Sybille Heine

ALTWARMBÜCHEN. "Das ist ein historisches Konzert", sagte George A. Speckert, Leiter des Kamnierorchesters Kirchrode. Unter dem Motto Very British - Werke englischer Meister musi­zierte er mit seinem Ensemble im Möbelhaus Unger. Es soll im Sep­tember abgerissen werden. Eine derartige Veranstaltung wird es daher in diesen Hallen voraussichtlich nicht mehr geben.

Altwarmbüchens Ortsbürgermeisterin Monika Dehmel bedau­erte, diesen ungewöhnlichen Auf-führangsort nicht schon früher entdeckt zu haben. Mehr als 100 Zuhörer ließen sich das einmalige Ereignis nicht entge­hen und wurden mit einem Fünf-Uhr-Tee auf die Musik eingestimmt. Der morbi­de Charme der verlassenen riesi­gen Räume - der Teppichboden und eine abgehängte Decke verlie­hen einen Anflug von Wohnlich­keit - bot einen ungewöhnlichen Kontrast zu den frischen und stimmungsvollen Klängen, die für einige Zeit das geschäftige Einkaufstreiben draußen vergessen ließen. Auf einer Leinwand wur­den Programmhinweise, Porträts der Komponisten und Bilder von englischen Landschaften einge­blendet.

Die Amateurmusiker begannen mit Stücken aus dem 16. Jahrhun­dert, der Regierungszeit Königin Elisabeths I. Sie ließen ein Pot­pourri aus höfi­schen und volkstümlichen Kompositionen erklin­gen. Die erstaunlich gute Akustik verstärkte Resonanzen in der Mit­tellage und ließ ein gleichmäßiges Klangbild entstehen.

Das Orchester steigerte sich im Verlauf des Konzerts und zog die Zuhörer mit seiner Nimrod-Interpretation, der schönsten Enigma-Variation von Edward Elgar, ganz in seinen Bann. Speckert erwies sich als präziser, besonnener Dirigent. Als Zugabe erklatschte sich das Publikum einen der bekannten Pomp-and-Circumstances-Märsche von Edward Elgar.



Kirchrode, 30.09.2007



Arnum, 05.02.2007

Dirigentin bittet zum Ratespiel

Mit einem facettenreichen Musikprogramm aus Spätromantik und Moderne hat das Kammerorchester Kirchrode am Sonnabendabend vor 80 Zuhörern in der Friedenskirche eine brillante Vorstellung gegeben.

ARNUM. Für die Besucher war der Konzertabend keiner zum Zurücklehnen: Konzentration war gefragt, um das nicht so einfache Ratespiel zu lösen, zu dem die Dirigentin Marion Leleu zu Beginn des rund anderthalbstündigen Auftritts einlud. Vier Tänze, die das Kammerorchester in seinen vier Stücken versteckt hatte, galt es zu erkennen. Darunter waren ein französischer Volksreigen in Form eines Menuetts, ein Walzer als typisch deutscher Tanz, ein Fandango als spanischer Tanz sowie eine Siciliene - ein Hirtentanz aus Sizilien. "Man kann viele Rückschlüsse aufgrund des Herkunftslands ziehen", ermutigte Leleu die Zuhörer zum Mitmachen. Beherzt griff das Publikum dann auch zu Papier und Stift.

Die fast 30 Amateurmusiker begannen ihr Konzert mit Ottorino Respighis "Antike Tänze und Arien" aus der dritten Suite. Die Darbietung überzeugte durch eine saubere Intonation und spieltechsichere Interpretation des Werkes. Die Zuhörer applaudierten jetzt schon frenetisch. Zart und weich erklang Claude Debussys "Petite Suite" für Streichorchester. Lediglich die minimale Intonationsschwäche der Ersten Geigen in den sehr hohen TonHörgenuss ein wenig.

Das folgende Stück des Komponisten Michael McLean war zwar kurz, dafür aber rasant. Die dynamischen Nuancen wurden akzentuiert herausgearbeitet. Stürmischer Applaus belohnte die Streicher für diesen kunstvollen Vortrag. Peter Tschaikowskys Serenade für Streichorchester bildete den krönenden Abschluss. Die Darbietung zeichnete sich durch Spannungsreichtum sowie exakte und durchdachte Phrasierungen aus.

Ob die Zuhörer die vier Tänze in den vier vorgetragenen Werken entdeckt haben, konnte die Dirigentin am Ende des Konzerts nicht abschätzen. "Wir werden uns überraschen lassen", sagte Marion Leleu. Unter den richtigen Antworten verloste das Kammerorchester fünf Aufnahmen des Konzerts in der Friedenskirche.

Gegründet wurde das Orchester 1995 in der Jacobi-Kirchengemeinde Kirchrode in Hannover. Seit 2004 wird es von der französischen Bratschistin Marion Leleu aus der Bretagne geleitet.



Die Musiker des Kammerorchesters Kirchrode unter Leitung von Marion Leleu spielen
in der Arnumer Friedenskirche Werke der Spätromantik und der Moderne.


Hannover, 01.07.2004

Spiel mit Feuer

Das Kammerorchester Kirchrode besteht ausschließlich aus Laienmusikern und feiert am Wochenende seinen 10. Geburtstag mit zwei Konzerten. Gleichzeitig wird die neue Dirigentin Marion Leleu eingeführt.

Ungewöhnliche Geräusche sind es, die da an einem Sonnabendnachmittag aus dem Beetsaal des Stephansstiftes ertönen - wenn auch sehr schöne. Statt in sich gekehrte Gläubige im stummen Zwiegespräch mit Gott, findet sich hier das Kammerorchester Kirchrode zur Probe ein. Denn am Sonnabend wird konzertiert - und das gleich aus zwei Anlässen. Zum einen feiert das Gemeindeorchester damit seinen zehnten Geburtstag, zum anderen ist die Aufführung im Stephansstift gleichzeitig Premiere für die neue Dirigentin des reinen Streichorchesters, die Bratschistin Marion Leleu.

Es war im Dezember 1994, als der Kantor der Jakobi-Gemeinde Kirchrode, Uwe Rehling, zusammen mit ehemaligen Mitgliedern des Orchesters der Herren¬häuser Kirche das Kammerorchester Kirchrode ins Leben riefen. Das besondere an dem Ensemble ist, dass alle 25 Mitglieder im Alter von 19 bis 70 Jahren ausschließlich Laienmusiker sind. Für den organisatorischen Leiter Björn Tittelbach-Helmrich macht genau das den Reiz für alle Beteiligten aus. „Dass Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass von nur kaum routinierten Amateuren gespielt werden, bedeutet für diese wie für den Dirigenten richtig viel Arbeit", erklärt der gelernte Cellist. Auf der anderen Seite lasse gerade die fehlende Professionalität den Zuschauer die Leidenschaft der Musiker spüren. „Unser inneres Feuer springt auf das Publikum über", sagt Tittelbach-Helmrich.

Bei ihren Auftritten, vorwiegend in den Gemeinden Hannovers sowie zu vier Konzerten jährlich, bietet das Kammerorchester mittlerweile ein breites Repertoire an -mit dabei sind alle großen Meister der verschiedenen Epochen von Bach bis Mozart, entweder als reine Orchesterstücke oder auch als Solokonzerte dargebracht. Die Mitglieder holen sich aus ihrer Musik viel neue Energie für den Alltag. „Das Spielen soll vor allem Freude machen", betont Ursula Schrader, die die zweite Geige spielt. Dazu gehören der kleine Umtrunk nach den Proben genau so wie die Orchesterfreizeiten etwa nach Thüringen. (HAZ vam)



Grasdorf, 01.07.2004

Dramatische Klänge in St. Marien


Mit Leidenschaft lässt Thomas Selditz seine Finger über die Saiten der Bratsche fliegen. Die Augen fast geschlossen, spielt der Solist die Musik mal einfühlsam, mal dramatisch. Jede Stimmungslage spiegelt sich im Gesicht des Viola-Spielers wieder.
Mit einem anspruchsvollen Programm brillierte das Kam­merorchester Kirchrode anlässlich seines zehnjährigen Bestehens in der St.-Marien-Kirche. Rund 70 Zuhörer hatten sich am Sonntag eingefunden, um der Musik des 24-köpfigen Laien-Ensembles zu lauschen.
Leiterin Marion Leleu traf mit der Auswahl der aufwühlenden Stücke den Nerv der Zuhörer. Höhepunkt der Darbietung war eine Kammersinfonie von Dimitri Schostakowitsch, die dieser unter dem Eindruck des von Bomben zerstörten Dresdens geschrieben hatte. (nw)



Hannover, 03.02.2002

Musik kann begeistern


Das Kammerorchester Kirchrode - gut bekannt aus dem Konzert der Liedertafel von 1888 Hannover-Döhren - spielte am 2.2.2002 im Gemeindezentrum am Döhrener Turm mit seinen 24 Streichern unter der Leitung von Rainer Klugkist (der auch die Liedertafel leitet) zunächst Peter Warlocks Capriol Suite, die mit 6 verschiedenen Tänzen schöne Rhythmuswechsel und im letzten Satz „Mattachins" einige Dissonanzen aus der Art des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts bot. Die perlenden Läufe der meist jungen Streicher und die gute Intonation bewiesen Rainer Klugkists intensive und erfolgreiche Arbeit mit dem Orchester. Die bezaubernde Natalie Kouroukli aus Hannover (auch Dozentin für Gesang in Hildesheim) ließ in Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur ihr pianistisches Können aufblitzen. Mozart komponierte dieses Konzert im Herbst 1782 in Wien, als er gerade Constanze geheiratet hatte und ein Leben voller Aussicht und Erfolg vor sich sah. Und so klingt auch dieses Konzert voller Schwung und froher Jugendlichkeit, wie es komponiert ist, unter den Händen von Natalie Kouroukli. Bravouröse Passagen im Wechselspiel zwischen dem um Oboen und Hörner verstärkten Orchester und der Solistin und eine schwungvolle Kadenz im Allegro leiten hinüber zu einem melodischen Opern-Thema seines geliebten, aber gerade verstorbenen Freundes Johann Christian Bach, an der er im Andante erinnern wollte und das die Solistin mit Anmut und Grazie in die Herzen spielt. Das Finale, ein unbeschwertes Rondo, klingt wieder brilliant, und nach der Kadenz bringt eine lebhafte Codetta das reizvolle Werk zum Abschluß: eines der Lieblingswerke des jungen Klaviervirtuosen Mozart so präsentiert, daß es auch für uns ein Lieblingsstück werden kann! Seine 1816 komponierte 5. Sinfonie B-Dur hat Schubert als einzige mit aufgeführt und selbst gehört. Sie wirkt wie eine Huldigung an Mozart und Haydn. Das Kammerorchester hat sich nun zu Oboen und Hörnern noch mit Flöte und Fagotten verstärkt und wirkt im Klang noch voller und schöner. Nach einem feingliedrigen Allegro läßt Rainer Klugkist ein geheimnisvolles romantisches Zwiegespräch zwischen den Violinen und der Oboe erklingen. Das kraftvoll dargebotene g-Moll Menuett atmet mozartischen Geist und erinnert an dessen Menuett in der g-Moll Sinfonie; wie ein idyllischer Wiener Ländler kommt das G-Dur Trio freundlich und hell daher. Zum Schluß können Rainer Klugkist und sein Orchester noch einmal ein sprühendes Allegro vivace präsentieren und die Sinfonie fröhlich und prägnant und mit aller Musizierfreude ausklingen lassen. Musik kann begeistern, und das Kammerorchester Kirchrode kann es auch. Maschseebote 03.02.2002, Walter Schräder



Neue Deister Zeitung
23.02.00

"Eine musikalische Überraschung wurde die Holberg-Suite Op. 40 von Edvard Grieg (1843-1907), ein echt kammermusikalisches Werk mit eingängigen, singenden Themen, herrlichen, linearen Baßführungen - fast in Richtung auf die neobarocke Musikbewegung [...] - besondere Anerkennung für das bestens mitgehende Kammerorchester."

Hannoversche Allgemeine Zeitung
Deister-Anzeiger
22.02.00

"Auch in Springe saß der Dirigent wieder am Cembalo und spielte mit den Streichern das "Dritte Brandenburgische Konzert in G-Dur" von Johann Sebastian Bach - eine ebenso ausdrucksvolle wie temporeiche Darbietung."

Hannoversche Allgemeine Zeitung
Stadtteilzeitung
13.02.97

"Für Björn Tittelbach-Helmrich macht gerade die Freude am Musizieren und die Motivation jedes Einzelnen das Flair dieses Orchester aus. [...] Durch ihr Monopol in Hannover als reines Streichorchester besteht eine hohe Nachfrage."